Das Forum Stadtentwicklung von neuss agenda 21 e. V. lud zur Besichtigung der Biogasanlage und der potentiellen Flächen für ein neues Gewerbegebiet in Hoisten ein und über 40 Bürger und Bürgerinnen folgten der Einladung.
Daniel Königs, Betreiber der Biogasanlage und Landwirt von 110 ha bewirtschafteter Fläche, beschrieb eindrucksvoll die verschiedenen Stufen der Verarbeitung. Gespeist wird die Anlage vom Mist von 1.500 – 1.800 Pferden aus dem Umland. Das im Fermenter gewonnene Biogas wird von Kohlendioxid und anderen Spurengasen gereinigt und das zu 99% reine Methan (CH4) wird entweder in der eigenen Tankstelle als CNG-Gas an LKW’s oder PKW’s verkauft, ins Erdgasnetz eingespeist oder zur Eigenstromerzeugung für seinen Betrieb verwendet. Die jährliche Menge an Bio-Methan entspricht ca. 2 Mio. Liter Diesel.
Das reine Kohlendioxid will Königs zukünftig nicht mehr in die Umwelt emittieren sondern einer industriellen Verwertung zuführen. Mit den im Prozess übrig bleibenden flüssigen Gärresten werden die Felder gedüngt. Dadurch werden Mineraldünger aus Erdöl ersetzt. Königs leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende.
Von der Tankstelle aus lenkte Königs den Blick auf die weiten Felder, von den 43,6 ha in ein neues Gewerbegebiet Hoisten-Süd umgenutzt werden soll. Von den Plänen ist auch sein Betrieb betroffen. Die Mitglieder des Forums Stadtenwicklung erläuterten auf Flugblättern die negativen Auswirkungen, wie die Gefährdung der regionalen Ernährung, negative Folgen auf das Ökosystem und zunehmender Verkehr in Hoisten und den anderen angrenzenden Stadtteilen und kündigten an, weiter gegen die geplanten 120 ha neuer Gewerbegebiete zu protestieren.
